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Samstag, 9. April 2011

Verbrauch in kalter Jahreszeit

 English Version
Dass der Frühling in Deutschland angekommen ist, merkt man als MINI E Fahrer nicht nur am sprießenden Grün und am Vogelgezwitscher. Auch die Reichweite des Autos und die Stabilität der Reichweitenanzeige erreichen wieder ungeahnte Werte.
Bei voller Ladung werden wieder Reichweiten bis 160km angezeigt und die Reichweitenanzeige bewegt sich bei 50% Ladezustand weit weniger unberechenbar als während der Wintermonate. Mehr als 120km bei vollgeladener Batterie wurden im Winter selten angezeigt und bei Ladeständen von 50% wurden selbst Kurzstrecken von 20km zu einem intensiven Erlebnis.

Da ich nach Möglichkeit die öffentliche Ladesäule an der Arbeitsstätte nutze, welche die "getankte" Strommenge nicht preisgibt und ich auch nicht bei jedem Ladevorgang an der heimischen Wallbox den Kilometerstand des Fahrzeuges notiert habe, gibt es nur einige stichprobenartig verteilte Ladevorgänge, für die ich die geladene Energiemenge und die gefahrenen Kilometer verfügbar habe. Daraus läßt sich als normierter Wert ein Durchschnittsverbrauch in kWh/100km errechnen.


Die offiziellen Verbrauchswerte des MINI E liegen nach Angaben auf der Homepage bei 14 bis 17 kWh/100km.
Bei Minusgraden im Winter mit ausgekühlter und damit an Leistung nachlassender Batterie, voll aufgedrehter Heizung (um zumindest ein lauwarmes Lüftchen zu erzeugen) und eingeschalteten Scheinwerfern erreicht man jedoch mühelos den doppelten Wert.
Die meisten Werte liegen unabhängig vom Fahrprofil zwischen 26 und 32 kWh/100km.

Der letzte Wert von 22,5 kWh/100km dürfte auf die bereits deutlich angestiegenen Außentemperaturen zurückzuführen sein.

Ich bin gespannt, welche Zahlen ich in den letzten drei Monaten des Projektes bei idealen Außentemperaturen erreichen kann...

Dienstag, 14. Dezember 2010

MINI E im Schnee

English Version

Am Wochenende war ich wieder bei meinen Eltern zu Besuch. Nach den 71km war der Ladestand von 96% auf etwa 25% gesunken, wobei ich auf der Autobahn recht flott unterwegs war. Bei meinem Aufenthalt konnte ich den MINI für ca. 6 Stunden an 12A/230V aufladen, was aber nur ausreichte, den SoC auf 86% anzuheben.

Laden an 12A/230V in der beheizten Werkstatt
Auf dem Rückweg besuchte ich noch eine Tante. Ich war sehr erleichtert, dass ich das Auto auch bei ihr noch an die Steckdose hängen und so vollständig aufgeladen auf die Autobahn fahren konnte. Trotz witterungsbedingter moderater Fahrweise bin ich nach 70km mit kaum mehr als 20% Ladestand und 30km Restreichweite angekommen.

Den MINI habe ich bei der Rückkehr im Freien geparkt, da ich zum Einen am Montag nicht arbeiten mußte und zum Anderen die Garage bereits mit dem zweiten Auto des Haushalts belegt war.

MINI E im Schnee
Am nächsten Morgen war das Auto schön eingeschneit. Die Aussentemperatur war bei -7°C, als Batterietemperatur wurden aber noch passable 16°C angezeigt. Am Vorabend bei der Rückkehr war sie bei etwa 35°C gelegen.

Das anschließende Aufladen in der wieder freien Garage kostete mich 20kWh Strom zu 20,7 cent/kWh. Hochgerechnet auf 100km also etwa 5,80 Euro. Beim aktuellen Dieselpreis von ca. 1,30 Euro/l wäre so bei einem Dieselverbrauch von ca. 4,5 l/100km finanzieller Gleichstand.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Reichweite des MINI E (3)

Die sinkenden Reichweiten bei niedrigen Temperaturen sind nun deutlich zu spüren.

Der im Vergleich zur letzten Auswertung gestiegene Durchschnittsverbrauch durch nahezu ständigen Betrieb der Heizung (ca 55 Ah/100km) und die geringere Temperatur der Batterie (ca. 11°C) lassen für den Kurzstreckenbetrieb gerade noch eine Reichweite von vielleicht 100km zu.

Gerade bei niedrigen Ladeständen wird die Anzeige der Restreichweite bei den niedrigen Batterietemperaturen sehr unzuverlässig.

Dies führte sogar so weit, dass bei einer Fahrt zu einem ca. 10km entfernten Baumarkt trotz einer anfänglichen Reichweite von ca. 60km die Restreichweitenanzeige nach 6km auf ungefähr 35km geschrumpft war. Da die restliche Strecke über die Autobahn führte, entschloss ich mich, umzukehren und das Auto zwei Stunden an die Wallbox zu hängen. Anschließend konnte ich befreit von jeglicher Reichweitenangst meine Einkäufe erledigen. In diesem Fall wäre ein kleiner Range Extender zur Batterietemperaturerhöhung und Laden während des Einkaufs eine feine Sache gewesen.
Alternativ hätte ich das Fahrzeug auch vorher aufladen können...

Freitag, 12. November 2010

Reichweite des MINI E (2)

Um ein Gefühl für die bei jedem Reichweite des MINI E und der Verlässlichkeit der Anzeigen zu bekommen, notiere ich mir bei jeder Fahrt (meistens jedenfalls) zu Fahrtbeginn und zu Fahrtende folgende Daten:

  • Stand Tageskilometerzähler (Reset bei Vollladung)
  • angezeigte Restreichweite
  • Baterieladestand SoC (State of Charge)
  • Durchschnittsverbrauch (Reset bei Vollladung)
  • Batterietemperatur
In der nachfolgenden Grafik habe ich die angezeigte Restreichweite bei Fahrtbeginn und Fahrtende dargestellt. Da ich in diesem Zeitraum nur zur Arbeit und wieder zurück gefahren bin, sind die Auswertepunkte recht gleichmäßig ca. alle 10km verteilt.


Bei den ersten Fahrten war es für November relativ warm. Die Batterietemperatur lag durchschnittlich bei ca. 17°C. Die Unterschiede bei Fahrtbeginn und Fahrtende hinsichtlich Restreichweite fallen relativ gering aus.

Bei späteren Fahrten wurde es kälter, so dass die Batterietemperatur auf Werte um 12°C absinkt (bei der kurzen Fahrt von 10km erwärmt sich die Batterie um ca. 2-3°C).
Zusätzlich steigt der Durchschnittsverbrauch durch Einsatz der Heizung und der allgemein sinkende Ladestand der Batterie tut sein übriges.

Man kann deutlich erkennen, dass sich die Batterie bei mehrstündiger Pause erholt  und eine signifikant höhere Restreichweite verspricht. Diese nimmt aber während der nächsten Fahrt wieder überproportional ab. Bei der nächsten Pause kann sich die Batterie wieder erholen usw.

Nach Ende der elften Fahrt habe ich lange überlegt, ob ich bei einer Restreichweite von 21km und einem SoC von 15% das Fahrzeug laden oder noch eine 10km-Fahrt riskieren soll. Ich entschloss mich zu letzterem...

Am nächsten Morgen hatte ich vor der Fahrt eine angezeigt Reichweite von 35km und SoC von 24%, die Batterietemperatur lag bei 12°C. Die 10km zur Arbeit sollten also kein Problem sein -wohlwissend, dass der Wert bei den Temperaturen und der entladenen Batterie mit Vorsicht zu geniessen ist.Also bin ich losgefahren...
Es war die bisher unangenehmste Fahrt, da die Restreichweite und er SoC in den einstelligen Bereich abfielen, obwohl ich noch ca. 5  Kilometer zur Arbeit hatte (die Heizung hatte ich bereits kurz nach Fahrtbeginn ausgemacht). Irgendwie stabilisierte sich der Batteriezustand aber,  und bei Erreichen der rettenden Ladesäule in der Arbeit zeigten die Anzeigen wieder etwas höhere Werte an.

Fazit: meinen perönlichen Sicherheitszuschlag muss ich für niedrige Temperaturen entsprechend korrigieren. Bei noch niedrigeren Temperaturen werde ich mich vorerst nicht auf ein ähnliches Experiment einlassen...

Samstag, 25. September 2010

Reichweite und Kosten

Die Reichweite des MINI E habe ich in der letzten Arbeitswoche versucht, etwas auszuloten.
Bei reinem Betrieb in der Stadt bin ich mit einer Batteriefüllung 118,6 km gefahren. Am Schluß der letzten Fahrt hat die Restreichweitenanzeige noch 19km angezeigt, wobei dieser Wert etwas später auf 26km angestiegen ist.

Man kann bei den Anzeigen einen gewissen "Erholungseffekt" der Batterie erkennen, da die Anzeigen nach einer mehrstündigen Standpause höher liegen als am Ende einer Fahrt.


Wie gesagt, bei
  • Fahrstrecke 118,6km
  • Restreichweite 26km
  • Batterieladestand 19%
  • Durchschnittsverbrauch 41Ah/100km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit 40,1km/h
  • Stadtbetrieb ohne Zusatzverbraucher außer Licht
habe ich es nicht gewagt, noch eine weitere Fahrt zur Arbeit mit einer Gesamtstrecke von 20km zu riskieren. 

Da war mir schon die beiden Tage zuvor etwas mulmig zumute, als die Restkilometeranzeige bei Fahrtbeginn noch über 50km versprach, dann schnell nach unten ging und nur wegen den entsprechenden Pausen wieder auf akzeptable Werte stieg.
Das Bedürfnis, den Wagen an die Steckdose zu hängen, mußte ich stark unterdrücken, zumal bei knapp unter einer Restreichweite von 50km eine Warnung eingeblendet wird. Aber schließlich mußte ich ja Vertrauen für die Anzeigen gewinnen...

Beim anschließenden Volltanken an der Wallbox benötigte der MINI  26,5kWh.
Dies entspricht  0,223 kWh/km bzw. 22,3kWh/100km.

Bei meinem Standard-Stromtarif der SWM mit 20,6 ct/kWh kommen so ordentliche 5,46 Euro zusammen.
100km Fahrstrecke kosten somit 4,60 Euro.
 
Bei einem Dieselpreis von 1,20 Euro/l dürfte also ein normales Fahrzeug 3,83 l/100km verbrauchen. Für Stadtverkehr und Kurzstreckenbetrieb (einfache Fahrstrecke 10km) erscheint mir das kaum erreichbar.

Somit ist der MINI E hinsichtlich Treibstoffkosten zwar kein absolutes Schnäppchen, aber immerhin günstiger als normale Dieselfahrzeuge.

Im Winter werden diese Verbrauchswerte des Elektrofahrzeuges aber nicht einzuhalten sein, da Fahrgastraum- und Heckscheibenheizung den Verbrauch spürbar ansteigen lassen werden.